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Sammelt Obstkerne

 
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Auteur Bericht
Yvonne
Admin


Geregistreerd op: 2-2-2005
Berichten: 45632

BerichtGeplaatst: 16 Dec 2010 23:42    Onderwerp: Sammelt Obstkerne Reageer met quote

Sammelt Obstkerne


Mangelwirtschaft
Von Rainer Rother

"Sammelt Obstkerne!" Mit diesem Ruf wurden die Menschen in Deutschland während der Kriegsjahre aufgefordert, einen wichtigen Rohstoff zu sammeln. Ebenso wie Metall und Frauenhaar und andere Dinge. Denn die deutsche Wirtschaft litt stark unter dem Krieg. Die Versorgungslage wurde immer schlechter. Die Menschen hungerten, viele verhungerten.

Aluminium, Kuper, Messing, Nickel, Zinn ist genug im Lande! Gebt es heraus - das Heer braucht es!

Im Anschluss an die Tatsache, dass jetzt die Kirchenglocken abgenommen und zu Munitionszwecken eingeschmolzen werden, möchte ich noch Verschiedenes schildern, was sich so allmählich während des Krieges eingeführt hat, und was einem wahrscheinlich später ganz unglaublich vorkommen wird. Übrigens sind die Kirchenglocken nicht das erste Metall, das in verarbeitetem Zustand eingezogen wird. Geräte aus Kupfer und Zinn haben schon längst daran glauben müssen; jetzt kommen die Blitzableiter dran, und vorige Woche habe ich mein ganzes schönes Aluminium-Kupfergeschirr abgeben müssen. 71 Stück sind mir enteignet worden.


Das Kriegstagebuch einer Dresdenerin aus begütertem Haushalt besteht, wie so viele andere aus dieser Zeit, aus eingeklebten Zeitungsausschnitten und eingestreuten handschriftlichen Eintragungen. Viele Menschen stellen auf diese Art eine private Chronik der Kriegsjahre zusammen. Es ist eine Zeit, die sie für die Erinnerung festhalten wollen. Die Dresdenerin zieht am 28. Mai 1917 ihre Bilanz. Neben den Meldungen vom "Ergebnis des Unterseebootkriegs bis Ende April" notiert sie:

Eine große Rolle im täglichen Leben spielen die Lebensmittelmarken und Bezugsscheine. Seit Februar 1915 gibt es Brot- und Milchscheine; dann kamen von April 1916 ab die Fleischmarken, auf die es pro Person in der Woche ca. 1 Pfund Fleisch gibt.
Brot bekommen wir seit April 1917 nur 3 Pfund pro Person in der Woche.
Butter gibt's in vier Wochen pro Person 3/8 Pfund! Das Pfund kostet drei Mark. Zucker bekommt man für 18 Tage 1 Pfund pro Person. Milch bekommen nur Kinder unter acht Jahren und Kranke. Kartoffeln, Eier, Seife werden auch nur auf Marken verteilt. Kleider, Schuhe, Strümpfe gibt es nur auf Bezugsschein, ebenso Wäsche.

Gold gab ich zur Wehr - Eisen nahm ich zur Ehr´ - Bringt Euren Goldschmuck den Goldankaufstellen!

Reis, Kaffee, Linsen, Erbsen sind überhaupt nicht mehr zu haben, richtige Fettseife auch nicht; nur die grässliche "Kriegsseife" und Waschpulver, die jedoch nicht sehr schonend für die Wäschestücke sind. Auch Spiritus gibt es nur auf Marken, und zwar nur für die Leute, die kein Gas in der Wohnung haben, das Petroleum ist sehr knapp.
Übrigens ist auch 1917 die "Sommerzeit" wieder eingeführt worden, um das Tageslicht besser auszunützen, sodass wir wieder eine Stunde früher leben, als zu normalen Zeiten.
Auch das Bier hört fast ganz auf und ist in den Lokalen nur stundenweise zu haben.

Ausgekämmtes Frauenhaar - Ein wichtiger Kriegsrohstoff!


Schon unmittelbar nach Kriegsbeginn wurde die Importabhängigkeit der deutschen Wirtschaft deutlich. Angesichts der drohenden Gefahr, den Alliierten mangels ausreichenden Nachschubs an Munition und Waffen zu unterliegen, gab es schon im August 1914 Bemühungen, die deutsche Wirtschaft neu zu organisieren.

Gespräche zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden der AEG, Walther Rathenau und Vertretern des preußischen Kriegsministeriums münden am 13. August in die Gründung der dem Ministerium unterstellten "Kriegsrohstoffabteilung". Rathenau wird ihr erster Leiter. Die neue Abteilung soll die zur Aufrechterhaltung der Rüstungsproduktion wichtigen Rohstoffe erfassen und bewirtschaften.

Während die Rüstungsproduktion trotz vieler Einschränkungen während der gesamten Kriegsdauer mehr oder weniger gesichert werden konnte - wenn sie auch das überlegene Potential der westlichen Alliierten nicht erreichte - blieben die Anstrengungen, zur Versorgung der Bevölkerung zunehmend erfolglos. Ein Kriegsernährungsamt wurde erst 1916 gegründet.

Zu dieser Zeit sind Ersatzstoffe bereits alltäglich. Brot wird mit Kartoffelmehl, manchmal auch Mais und anderen Beimischungen "gestreckt", Kleidung wegen des Mangels an Schurwolle und Baumwolle aus Brennessel oder Papierfasern hergestellt. Der "Steckrübenwinter 1916/17" signalisiert vollends die tiefgreifende Versorgungskrise. Im Deutschen Reich gibt es seit 1915 Rationierungen der Grundnahrungsmittel. Im Winter 1917/18 entspricht die Tagesration nurmehr knapp 1.000 Kalorien - die Hälfte des Mindestbedarfs.

Ganz schlimm war im letzten Winter der Kohlemangel, und dazu war ein so kalter und langer Winter, wie ich nicht besinnen kann, je erlebt zu haben. Von Oktober bis Mai musste man heizen, wenn man nicht frieren wollte. Die armen Frauen standen oft stundenlang, um endlich einen Eimer Kohlen zu bekommen; oft wurden sie sogar ganz unbefriedigt wieder fortgeschickt.

Kanin-Felle abliefern! An Händler und Zuchtvereine. Das Heer braucht sie!


Die von der britischen Blockade getroffenen Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn hatten große Einschränkungen zu erleiden. Doch auch in Frankreich, Großbritannien und Italien, zu schweigen von Russland, blieb die Versorgung der Zivilbevölkerung problematisch. Am schlimmsten aber traf es die besetzten Territorien. In Belgien, Nordfrankreich, Polen und Serbien herrschte der Hunger. Schätzungen gehen davon aus, dass im Deutschen Reich etwa 800.000 Menschen in Folge der schlechten Versorgung starben, aber bis zu 300.000 im viel kleineren Serbien. Der Krieg gegen die Zivilbevölkerung, im Ersten Weltkrieg blieb er meist indirekt, tödlich war er dennoch oft genug.

Sammelt Obstkerne zur Ölgewinnung!
http://www.dradio.de/dlr/sendungen/wk1/287779/
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